Mag die Bezeichnung Burgstall[1] auf eine Burg hindeuten, so ist das in Hartmannsdorf nicht der Fall, da es hier nie eine Burg gegeben hat. Die Benennung dieses Riedes führt bis ins Mittelalter zurück, wo erste bäuerliche Siedler sich auf Hängen hinter aufgebauten Erd- und Steinwällen verschanzten, um sich und ihr Vieh vor angreifenden Feinden zu schützen. (Flucher, 1976, S. 15-17). Darauf weist auch der dahinter liegende Gaißriegl in Reith hin, wo sie hauptsächlich Ziegen und ein paar Kühe in den Wäldern versteckten und auf den offenen, bereits gerodeten Flächen, weiden ließen. Der Burgstall liegt am rechten Ufer des Schlaipfenbachs und zieht sich über den bewaldeten Hang hinauf bis zum westlich liegenden Ried Hasenburg und dem im Süden angrenzenden Geißriegl, der im Osten nach Bärnbach abfällt.
[1] In der Burgenkunde bezeichnet Burgstall (auch Burgstadel, Burgstätte) eine Stelle, an der einmal eine Burg oder ein herrschaftliches Gebäude stand, wovon nicht einmal mehr eine Ruine übrig ist. Man muss aber zwischen „Burgstall“ und „Burgstelle“ unterscheiden.
Ruep Haßenwurger (Rupert Hasenburger) starb Ende 1645 in Windisch Hartmannsdorf, rund drei Jahre vor dem Ende des Dreißigjährigen Krieges[1]. Der genaue Todestag von Ruep und der Monat, der Sterbeort, das Alter und die Todesursache sind im Sterbebuch nicht angeführt. Lediglich die Erfassung seines Namens belegt seine Existenz.
Es ist anzunehmen, dass er als Erwachsener starb, da es im Sterbebuch keinen Hinweis auf den Vater gibt. Wir wissen also nicht, ob er den gesamten Dreißigjährigen Krieg erlebt hat. Ruep hat wahrscheinlich bereits ab seiner Kindheit als Unfreier für seinen Landesherrn gearbeitet und gehörte wahrscheinlich auch noch nicht zu jenen Menschen, die eine Schule besuchten. Zwar gab es in Hartmannsdorf spätestens seit der Gründung der Pfarre[2] Schulmeister aber es war noch nicht üblich oder Pflicht, Kinder unterrichten zu lassen. Diesen Vorteil hatten Kinder von wohlhabenden Eltern. Hartmannsdorf war auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ein abgelegenes Bauerndorf.
Ruep lebte am Beginn der Neuzeit[3]. Glaubenskriege tobten in Europa, die Gegenreformation war voll im Gange. Im letzten Abschnitt des Dreißigjährigen Krieges ging es vorwiegend um die Interessen des Staates und weniger um die Glaubensreformation. Zwar waren die Menschen südlich der Donau nicht direkt in Kriegshandlungen involviert, aber sie hatten Abgaben für die Kriegskasse zu leisten, die von den Landesherren eingefordert und von den Grundherren gnadenlos von den Untertanen eingehoben wurden.
Ruep erlebte auch, dass die Pest sich ausbreitete und im Seuchenjahr 1634 in der Steiermark ebenso um sich griff. Die Gegend um Hartmannsdorf dürfte aber einigermaßen verschont geblieben sein. Zumindest finden sich keine Aufzeichnungen über hohe Sterberaten in diesem Zusammenhang.
Eine ständige Bedrohung stellten die einfallenden Ungarn und Türken dar und immer wieder kamen Flüchtlinge ins Land, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt wurden oder den Kriegshandlungen im Osmanischen Reich, Ungarn oder den habsburgischen Landen entkommen waren. Eine nähere Identifikation, und wie Ruep mit nachfolgenden Hasenburgern verwandt war, ist nicht möglich. Er könnte ein Bruder von Urban (4096) (12. Generation) oder auch dessen Vater oder ein Onkel (13. Generation) gewesen sein. Vielleicht aber war er auch ein Sohn oder Neffe von Urban (11. Generation), der als junger Erwachsener gestorben war. Womöglich war er der Mann von Margaretha Hasenburger.
[1] Dreißigjähriger Krieg: vom Prager Fenstersturz 23. Mai 1618 bis zum Westfälischen Friedensschluss am 24. Oktober 1648. [2] Hartmannsdorf gehörte zur Pfarre Riegersburg, die erstmal 1170 erwähnt wurde. [3] Der Beginn der Neuzeit wird häufig mit 1500 gleichgesetzt.
Margretha Hassenwurger (Margretha Hasenburger) taucht im Dezember 1665 im Sterbebuch auf. Sie ist nicht als „Kindt des >name<“ oder als „Tochter des >name<“ eingetragen, wie das bei Minderjährigen üblicherweise der Fall war. Das legt nahe, dass sie im Erwachsenenalter gestorben ist.
Im 16. Jahrhundert wurden bei Rodungen meist 10 bis 20 Bauern angesiedelt und erhielten jeweils 30 bis 45 Joch[1] Land, das aus Wald, Wiesen und Ackerboden bestand.
Am Kirchplatz von Markt Hartmannsdorf ist seit 1984 ein Taufstein platziert, der sich ursprünglich im Inneren der Kirche Hl. Radegundis befunden hat.
Skuril mutet an, dass dieses steinerne Taufbecken aus dem Spätmittelalter[1] bei Grabungsarbeiten in der Nähe der Kirche aus dem Erdreich zutage befördert wurde. Im Zuge der Neugestaltung des Kirchplatzes und der Renovierungsarbeiten am Johannes-Nepomuk-Bildstock, im Jahr 1984, hob Gottfried Sonnleitner, Baggerfahrer aus Widenwinkel, den Taufstein an der rückwärtigen Mauer des Bildstocks aus.
Der Monolit aus Riegersburger Basalt erhielt seine Form in der Zeit der Gotik, als die achteckige Form, ein Symbol der Auferstehung, die runde, romanische aus dem 10. bis 13. Jahrhundert ablöste. Eine realistische Erklärung für die Entfernung des Taufsteins steht im Zusammenhang mit einer Renovierung der Kirche, die mit dem Jahr 1727 begonnen wurde und nahezu einen Neubau des Gotteshauses hervorbrachte. Im absolutistisch regierten Jahrhundert schritt die Aufklärung[2] voran, das Spätbarock[3] war vor allem in der höfischen Welt und den Ballungszentren eingeläutet, und im Zuge dessen änderte sich auch der Taufstil. Die Kinder wurden nach und nach nicht mehr mit dem ganzen Körper in geweihtes Wasser getaucht. Im 18. Jahrhundert gab es dann auch Haustaufen und man ging dazu über nur wenig Wasser über den Kopf laufen zu lassen oder das Kind zu bespritzen. Mobile Taufbecken aus Bronze oder Kupfer, die in einen Ring auf Dreibeinständer gestellt wurden, waren ausreichend. Der Taufstein war obsolet und wurde aus der Kirche entfernt.
Nahaufnahme vom Taufstein am Kirchplatz in in Markt Hartmannsdorf
Taufstein mit Deckel in Markt Hartmannsdorf. Im Hintergrund die Gedenktafeln an die Gefallenen der beiden Weltkriege
Im gleichen Zeitraum entstand in Windisch Hartmannsdorf der Johannes-Nepomuk-Bildstock, der auf einem am Melbenweg gelegenen Vorplatz an einer Mauer, welche eine Abgrenzung zum Pfarrhof hin bildete, errichtet wurde. Dahinter eine Grube auszuheben, wurde als Lösung zur Entsorgung des Monoliten erkannt, da der Abtransport eines derart massiven Teils mit Schwierigkeiten verbunden war.
Die Entfernung des Taufsteins könnte aber auch einen anderen Grund haben! Als wesentliches Element im römisch-katholischen Ritus war der Taufstein auch physisch ein zentraler Bestandteil in Gotteshäusern. Schon aus dieser Bedeutsamkeit heraus könnte ein Zusammenhang zu den Zaubereiprozessen in Feldbach bestehen, die zwischen 1673 bis 1675 stattfanden, also rund 50 Jahre vor der Renovierung der Kirche. Während dieser „Hexenverfolgung“ fiel auch ein ehemaliger Hartmannsdorfer Pfarrer in Ungnade. Das hatte zur Folge, dass alle Taufen, die er gespendet hatte, für ungültig erklärt wurden. Der Taufstein war nun Kinder wurden alle in diesem Taufbecken getauft, und so könnte man meinen, dass mit dem zu jener Zeit noch tief verwurzelten Aberglaubendiesem womöglich genügend negative Energie zugeschrieben wurde, um ihn entfernen zu lassen.
[1] Spätmittelalter: ca. 1250-1500. [2] Aufklärung: 1720-1790. [3] Spätbarock: ca 1700-1730, Rokoko ca. 1730-1760/1770, wobei das Spätbarock vor allem im süddeutschen Raum oft über den gesamten Zeitraum als Rokoko gleichgesetzt wird.
Um 1800 trug das Gebäude an der heutigen Hauptstraße Nr. 32 noch die alte Hausnummer 133. Es war eines der wenigen Bauernhöfe in Windisch Hartmannsdorf, die es zu dieser Zeit hier gab. Damals hießen die Besitzer Neuhold. Schon 1832 betrieben der Nachkomme, Johann Neuhold jun., und dessen Ehefrau Magdalena, geb. Eisenhut, neben der Landwirtschaft einen Krämerladen. Von ihnen kaufte das Ehepaar Markus Bestič und Anna, geb. Stibor, die Kaufleute und Händler waren, den Hof. 1888 folgten Anton Taus und dessen Frau Maria, geb. Fritz.
1889 verpachtete Anton Taus sein Gwölb (Wohnhaus mit Verkaufsraum) an Valentin Hirschmann. Der hatte in Grasegg eine Schneiderei und einen Krämerladen betrieben und zog in den Ort, weil er eine größere Verkaufsfläche benötigte. Sein einstiger Schneiderlehrling (1884 bis 1887 in Grasegg 19, Reith) Michael Wagner[1], war mit ihm gekommen und neben der Arbeit als Schneider auch im Verkauf tätig. Hirschmann musste sein neues Geschäft in Windisch Hartmannsdorf jedoch bald aufgeben, weil er sich verschuldete.
Und so kaufte Michael Wagner 1891 Hirschmanns restliche Waren, pachtete ein kleineres Gewölbe an der Hauptstraße 134, und wirtschaftete dort mit seiner Frau Cäzilia, geb. Ofner. 1895 übernahm er das Haus Nr. 32 in Pacht, das in der Zwischenzeit Frau Kundigraber gekauft hatte, und die bot es ihm zum Kauf an.
Am 15. November 1895 übernahmen Michael und Johanna Wagner das Gewölbe um 2500 Gulden, ließen es vergrößern und das Haus renovieren. Im Sommer 1896 zogen sie ein. (Pachernigg, 2001, S. 29-34)
Das Kaufhaus Wagner wird heute noch von den Nachkommen geführt. Lesen Sie mehr auf der Website: www.kaufhaus-wagner.at. Empfehlung: „Der Wagner Michl – Ein oststeirisches Landkaufhaus„, Diplomarbeit von Irmgard Pachernigg (Enkelin des Gründers Michael Wagner), Eigenverlag, Graz, November 2001. – Kann in der Bücherei in Markt Hartmannsdorf entlehnt werden.
[1] Michael Wagner: * 1. August 1864 in Fladnitz 37 (Hartmannsdorf, TB 8, S. 136), Eltern: Alois Wagner und Maria, geb. Nast.
Nun lässt die Riedbezeichnung „Hasenburg“, die auch heute noch in diversen Landkarten eingetragen ist, vermuten, dass es hier einmal eine Burg gegeben hat.
Es gibt keine Dokumente mit denen der Zeitraum der Erbauung der Pfarrkirche in Markt Hartmanndorf sicher belegt werden kann. Aufgrund der Entstehungsgeschichte des Ortes möchte man meinen, dass der ursprüngliche Bau noch im Zeitraum der Romanik[1] entstanden ist.
Eintragungen in der Kirchenchronik beginnen erst mit dem Jahr 1856. Darin rückgreifende Aufzeichnungen sprechen von Zeitzeugen „um 1510“. Sie wussten zu berichten, dass sich über dem Presbyterium, dem heutigen Hauptaltar, ein Schlussstein mit einer Jahreszahl 1110 oder 1220 – also nicht eindeutig identifizierbar – im Gewölbe befunden habe.
Die 1122 vom damaligen militärischen Stützpunkt in Riegersburg ausgehende Rodung[2], die Dokumentation von Windisch Hartmannsdorf um 1160 als Besitz des Geschlechtes Stubenberg, und die Erwähnung einer Kirche in Riegersburg um 1170[3] deuten auf 1220.
Eine erstmalige Erwähnung des Ortes Hartmannsdorf findet sich unter dem Patronat[4] der Hauptpfarre Riegersburg 1232 in einer Urkunde. „Hermann, Priester aus Hertwigesdorf“ ist bei einem Vergleich zwischen dem Johanniterorden mit dem Pfarrer von Riegersburg, bezüglich der Kirche St. Johannes in Fürstenfeld, als Zeuge angeführt. Die Erwähnung mag darauf hinweisen, dass es in Hartmannsdorf bereits eine Pfarre gegeben hat, nicht aber, dass ein Gotteshaus existierte.
Die Entstehung der Pfarrkirche wird wegen eindeutig zuordenbarer Bauelemente in der Gotik angesiedelt[5], also frühestens im ersten Viertel des 13. bis Anfang 16. Jahrhundert. Der gotische Teil auf der Ostseite der Kirche, in dem sich der Chor befindet, ist durch die äußeren Stützmauern und das Spitzbogenfenster zu erkennen, wie auch durch das Fenster im Mittelteil des Turms.
Das Patrozinium[6] wurde bei Errichtung der Pfarre an die heilige Radgundis geweiht, deren Anbetungstag auf den 13. August fällt. Jedes Jahr geht diesem jeweils am Samstag davor ein eintägigen Kirtag voraus.
Während der Renaissance[7] dürfte der Zwiebelturm entstanden sein.
1727 wurde eine Kirchenrenovierung abgeschlossen, die nahezu einem Neubau gleichkam, und in dieser Form blieb uns das Gotteshaus bis heute erhalten. 1868 wurde der Kirchenfriedhof aufgelassen und beim Mahrwald ein neuer errichtet.
Die Kirchenchronik verzeichnet im Juni 1885, dass im Zuge von Renovierungsarbeiten in der Apsis[8] der Apostelkreuzigung die Jahreszahl 1554 zum Vorschein kam, die abschließend wieder übermalt wurde.
Am 27. November 1885 war im Grazer Volksblatt von der Installation der Turmuhr zu lesen. Die neue Uhr und ihr Hersteller, Andreas Berthold[9], wurden in den höchsten Tönen gelobt. Die alte Turmuhr wurde am Kirchturm zurückgelassen. Wohin sie danach verschwunden ist, bleibt ein Rätsel.
1896 wurde die Kirchhofmauer mit einem schmiedeeisernen Zaun darauf zur Straße hin neu errichtet, wo zuvor die Friedhofmauer stand. Der Wassergraben davor wurde verrohrt und von da an als Abwasserkanal direkt in den Kirchbach geführt.
1901 bekam die Kirche eine neue Orgel, die von Matthäus Mauracher[10] gebaut worden war.
Eine Außenansicht der Pfarrkirche, die um 1929 fotografiert wurde, zeigt eine Nische mit einer gemalten Heiligenfigur darin. Hierbei handelt es sich um die Hl. Radegund von Thüringen[11], der Schutzheiligen der Kirche.
Die letzte Gesamtrestaurierung der Pfarrkirche fand in den Jahren 1977 und 1979 statt. Besorgniserregend war vor allem der um 0,72 Meter in Schieflage geratene 36 Meter hohe Turm, wodurch mittlerweile schon Risse in der Kirchemauer entstanden waren. Der Ausbau der Landesstraße durch Markt Hartmannsdorf, zwischen 1966 und 1968, brachte eine erforderliche Drainagierung und damit auch einen veränderten Grundwasserspiegel mit sich, was wiederum Folgen für das darüber liegende Erdreich und die umliegenden Gebäude hatte. Im Zeitraum Februar bis Dezember 1977 konnte der Turm mit viel Beton (sechs bis acht Meter tiefe Bohrungen) und unter Mithilfe einzelner Gemeindemitglieder, stabilisiert werden. Seine Schieflage besteht allerdings noch heute. – Die heiligen Messen wurden während dieser Monate in der Verbindungshalle zwischen Volks- und Hauptschule gefeiert[12].
Die Außenrenovierung, bei welcher der gesamte Putz von der Kirche abgetragen wurde, begann Mitte Juni 1979 und war Anfang August abgeschlossen. Wiederum kamen Gemeindebewohnerinnen und Gemeindewohner zum roboten[13].
1984 wurde der Kirchenplatz neu gestaltet. Die Pflasterung schloss den damals noch zur Straße gehörenden und befahrenen Vorplatz des Johannes-Nepomuk-Bildstocks mit ein und machte die gesamte Fläche zur autofreien Zone. – Der Bildstock wurde ebenfalls restauriert. – Die desolate Kirchenstiege wurde neu errichtet, und die bereits bestehende Kirchenmauer wurde im gleichen Stil an der Hauptstraße verlängert und in Richtung des Bildstocks weitergeführt. Der aufgesetzte bestehende Zaun wurde über die verlängerte Mauer nicht erweitert.
Bei den Grabungsarbeiten waren neben den Erwachsenen auch viele Schülerinnen und Schüler[14] beteiligt. Sie fanden im unmittelbaren Bereich um die Kirche, wo bis 1868 der alte Friedhof gelegen hat, noch einzelne Gebeine, die auf den neuen Friedhof umgebettet wurden. Im Rahmen eines Pfarrfestes fand die Segnung des Kirchplatzes Anfang August 1984 und die Übergabe an die Öffentlichkeit statt.
Nach Ostern 1993 begann die Generalüberholung des Innenbereichs der Kirche. Hauptschullehrer Rupert Pendl übernahm die Koordination, und eine Firma Steiner aus Graz führte die erforderlichen Arbeiten an Altären, Kanzel, Orgel und Kreuzwegbildern durch. Bis zum 27. Juni 1993 fanden die Messfeiern wiederum in der Verbindungshalle zwischen der Volks- und der Hauptschule statt. Eine offizielle Segnung erfolgte am 7. November 1993 druch Generalvikar Mag. Leopold Städtler.
Im Frühjahr 1995 wurde ein elektronisches Uhrwerk installiert, das über Funksteuerung bedient wurde. Damit war der tägliche Aufstieg auf den Kirchturm nicht mehr erforderlich. Heinrich Zivithal, dessen Aufgabe es bis dahin gewesen war, ging in den Ruhestand.
1996 erhielt das Haupttor ein neues Aussehen. Prof. Franz Weiß[15] aus Voitsberg gestaltete Heiligenbilder in farbenfroher Emailtechnik auf Kupfer. Zwischen die hl. Radegundis, den hl. Ulrich, die hl. Maria und Christus setzte er ein blaues Kreuz mit quadratischen Rot-Elementen. Alois Sampl, Spenglermeister aus Eckgraben verkleidete das Eingangstor zur Kirche mit dem dafür erforderlichen Kupferblech als Hintergrund.
Die Pfarrkirche war ursprünglich eine Vikariatskirche[16] der Hauptpfarre Riegersburg und gehört heute zum Pfarrverband Gleisdorf, Hartmannsdorf, Sinabelkirchen.
[1] Romanik: 1000 bis 1250. Typische Erkennungsmerkmale für einen romanischen Bau sind Säulen, Pfeiler und Rundbögen, kleine Fenster und wenige Ornamente, dicke Mauern und ein Innenausbau aus Holz. Vor allem besitzen solche Kirchen aber nur ein oder zwei Schiffe. [2] Rodung = Besiedelungszeit. [3] In Riegersburg wird 1170 eine erste romanische Kirche urkundlich erwähnt, die an der Stelle der heutigen Magdalenakapelle und dem alten Pfarrhof den Mittelpunkt einer Urpfarrei bildete. In der Spätgotik, 1481 bis 1500 begonnen, und 1517 bis 1554 vorangetrieben, wurde die heute noch existierende Pfarrkirche erbaut. [4] Patronat: Schirmherrschaft. [5] Gotik: ca. 1200 bis 1550. [6] Patrozinium: Weihe einer Kirche an eine Schutzheilige oder einen Schutzheiligen. [7] Renaissance: 15. und 16. Jahrhundert, gefolgt vom Barock am Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit, Anfang 17. Jh.. [8] Apsis: Über einem halbkreisförmigen, oft auch vieleckigen Grundriss errichteter, mit einer Halbkuppel überwölbter Raum, der einen Hauptraum, meist einen Kirchenraum, abschließt. [9] Andreas Berthold: * 10. August 1814 in Pertlstein bei Fehring, † 12. Juli 1891 in Gnas. Uhrenmachermeister in Gnas 12. Das Haus, nahe der Kirche, existiert heute nicht mehr in der ursprünglichen Form. – Ein mit der Turmuhr von Markt Hartmannsdorf völlig identes Uhrwerk ist in der Uhrenstube Aschau im Burgenland ausgestellt. [10] Matthäus Mauracher: * 26.11.1859 in Zell, † 25.1.1939 in Salzburg. Auch als Matthäus Mauracher der Ältere und Matthäus Mauracher II. bezeichnet. Er lebte von 1891-1910 in Graz. Quelle: Österreichische Akademie der Wissenschaft. [11] Radegund von Thüringen: * um 522 auf der Mühlburg bei Mühlberg (womöglich nahe Gotha), † 13. August 587 Poitiers in Frankreich. [12] Zeitzeugin Maria Hasenburger, geb. Gollowitsch (geb. 1943), Bärnbach 30. [13] Noch zu dieser Zeit wurde die Mithilfe von Bürgerinnen und Bürgern als „Robot“ bzw. „rouwot’n“ bezeichnet. Es handelte sich um freiwillig geleistete, unbezahlte Arbeiten, zu denen sie von den Organisatoren der Baustellen aufgefordert bzw. gebeten wurden, und sie sich dazu der Allgemeinheit gegenüber verpflichtet fühlten, sei es weil sie im Gemeinderat, im Pfarrgemeinderat oder als Ortsbäuerinnen tätig waren oder Mitglied eines unterstützenden Vereins waren. [14] Zeitzeuge Thomas Hasenburger, damals in Reith bei Hartmannsdorf 65 wohnhaft, war 15 Jahre alt und Gymnasiast in Gleisdorf, als er mit seiner Mutter, Maria Hasenburger, geb. Gollowitsch, zu der Zeit Ortsbäuerin, und seinem Vater, Josef Hasenburger, 1976 bis 1980 Kassier der Gemeinde Markt Hartmannsdorf, mithalf, Erdreich zu entfernen. [15] Franz Weiß: *18.1.1921 in Södingberg, † 4.6.2014, Maler und Bildhauer, Das Franz-Weiss-Museum in Tregist beschäftigt sich mit seinem Wirken. [16] Vikariat: Von einem Vikar – auch Kaplan oder Kooperator genannt – geleitete Gemeinde. Vikar: Priester, der einem Pfarrer unterstellt ist und keine Alleinverantwortung für eine Pfarrei trägt.
Ich sammle Informationen zur Regionalgeschichte und regionale Geschichten von und über Markt Hartmannsdorf, auf die ich bei meinen Recherchen stoße, und die so noch nirgendwo veröffentlicht wurden.
Mein Aufruf an Sie: Überlassen Sie mir Ihre Fotos vom alten Hartmannsdorf und Markt Hartmannsdorf aus dem 19. und 20. Jahrhundert zur Reproduktion. Die Originalfotos bleiben in Ihrem Besitz!
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