
Mag die Bezeichnung Burgstall[1] auf eine Burg hindeuten, so ist das in Hartmannsdorf nicht der Fall, da es hier nie eine Burg gegeben hat. Die Benennung dieses Riedes führt bis ins Mittelalter zurück, wo erste bäuerliche Siedler sich auf Hängen hinter aufgebauten Erd- und Steinwällen verschanzten, um sich und ihr Vieh vor angreifenden Feinden zu schützen. (Flucher, 1976, S. 15-17). Darauf weist auch der dahinter liegende Gaißriegl in Reith hin, wo sie hauptsächlich Ziegen und ein paar Kühe in den Wäldern versteckten und auf den offenen, bereits gerodeten Flächen, weiden ließen. Der Burgstall liegt am rechten Ufer des Schlaipfenbachs und zieht sich über den bewaldeten Hang hinauf bis zum westlich liegenden Ried Hasenburg und dem im Süden angrenzenden Geißriegl, der im Osten nach Bärnbach abfällt.
[1] In der Burgenkunde bezeichnet Burgstall (auch Burgstadel, Burgstätte) eine Stelle, an der einmal eine Burg oder ein herrschaftliches Gebäude stand, wovon nicht einmal mehr eine Ruine übrig ist. Man muss aber zwischen „Burgstall“ und „Burgstelle“ unterscheiden.